Wir feiern 10 Jahre
Herzlich Willkommen
Reitanforderungen
Termine 2017
GPS für Reiter
Wir über uns
Unsere Philosophie
Preise
Unser Programm
Nachberichte
Reiter vom Bodensee
Reitrecht in BW
Links
Impressum
Kontakt

Der Reiter
und der Bodensee

Der schwäbische Dichter Gustav Schwab wurde durch einen historisch belegten Ritt des Elsässer Postvogts Andreas Egglisperger zu dieser Ballade aus dem Jahr 1826 inspiriert. 
Andreas Egglisperger überquerte mit dem Pferd am 05. Januar 1573 bei einer Seegfrörne (vollständiges Zufrieren des Bodensees) vom Schweizer Ufer aus den Bodensee und erreichte schließlich bei Überlingen wieder das Ufer.
Anders, als die literarische Umsetzung durch Gustav Schwab vermuten lässt, fand der Ritt jedoch ein "gutes Ende" in einem Gasthaus in Überlingen.
An den Ritt über den zugefrorenen Bodensee, der ohne die Ballade von Gutstav Schwab wohl längst in Vergessenheit geraten wäre, erinnert heute an der Schiffsanlegestelle in Überlingen eine provokante Skulptur des Bildhauers Peter Lenk, der den einheimischen Schriftsteller Martin Walser in unvorteilhafter Weise als Reiter vom Bodensee darstellt.

 

Der Reiter und der Bodensee (Gustav Schwab 1792 - 1850)

Der Reiter reitet durchs helle Tal,
aufs Schneefeld schimmert der Sonne Strahl.
Er trabet im Schweiß durch den kalten Schnee,
er will noch heut an den Bodensee.

Noch heut mit dem Pferd in den sicheren Kahn,
will drüben landen vor Nacht noch an.
Auf schlimmen Weg, über Dorn und Stein,
er braust auf rüstigem Ross feldein.
Aus den Bergen heraus, ins ebene Land,
da sieht er den Schnee sich dehnen wie Sand.
Weit hinter ihm schwinden Dorf und Stadt,
der Weg wird eben, die Bahn wird glatt.

In weiter Fläche kein Bühl, kein Haus,
die Bäume gingen, die Felsen aus.
So fliegt er hin eine Meil und zwei,
er hört in den Lüften der Schneegans Schrei.
Es flattert das Wasserhuhn empor,
nicht anderen Laut vernimmt sein Ohr.

Kein Wandersmann sein Auge schaut,
der ihm den rechten Weg vertraut.
Fort gehts, wie auf Samt, auf dem weichen Schnee,
wann rauscht das Wasser, wann glänzt der See?

Da bricht der Abend, der frühe herein,
von Lichtern blinket ein ferner Schein.
Es hebt aus dem Nebel sich Baum an Baum,
und Hügel schließen den weiten Raum.
Er spürt auf dem Boden Stein und Dorn,
dem Rosse gibt er den scharfen Sporn.
Und Hunde bellen empor am Pferd,
und es winkt ihm im Dorf der warme Herd.

"Willkommen am Fenster Mägdelein,
an den See, an den See, wie weit mag es sein?"
Die Maid, sie staunet den Reiter an:
"Der See liegt hinter dir und der Kahn.
Und deckt´ ihn die Rinde von Eis nicht zu,
ich spräch aus dem Nachen stiegest du".

Der Fremde schaudert, er atmet schwer:
"Dort hinten die Ebne, die ritt ich her!"
Da recket die Maid die Arm in die Höh:
"Herr Gott, so rittest du über den See!
An den Schlund, an die Tiefe bodenlos,
hat gepocht des rasenden Hufes Stoß!
Und unter dir zürnten die Wasser nicht?
Nicht krachte hinunter die Rinde dicht?
Und du wardst nicht die Speise der stummen Brut?
Der hungrigen Hecht´ in der kalten Flut?"

Sie rufet das Dorf herbei zu der Mär,
es stellen die Knaben sich um ihn her.
Die Mütter, die Greise, sie sammeln sich:
"Glückseliger Mann, ja segne du dich!
Herein zum Ofen, zum dampfenden Tisch,
brich mit uns das Brot und iss vom Fisch!"

Der Reiter erstarrte auf seinem Pferd,
er hat nur das erste Wort gehört.
Es stocket sein Herz, es sträubt sich sein Haar,
dicht hinter ihm grinst noch die grause Gefahr.
Es siehet sein Blick nur den gräßlichen Schlund,
sein Geist versinkt in den schwarzen Grund.

Da seufzt er, da sinkt er vom Ross herab,
da ward ihm am Ufer ein trocken Grab.


 

 

wanderreiten-am-bodensee.de
info@wanderreiten-am-bodensee.de